Naturwissen – Am 25. April ist der Tag des Baumes

Waldstück mit alten lichtdurchfluteten Bäumen
Veröffentlicht von Heimat 13
am

Ich mag den Wald. Und ich mag Bäume. Wenn ich an eine schöne Kindheitserinnerung zurückdenke, dann ist es die Zeit, in der ich nach der Schule im Nachbargrundstück meines Elternhauses in und unter einer alten Eiche gespielt habe. Ich konnte mich dort stundenlang aufhalten. Bei Wind und Wetter. Als Kinder waren wir ja auch ständig draußen. Aber die Zeit in der Nähe der alten Eiche hat mich vielleicht etwas in Bezug auf meine Liebe zu Bäumen geprägt. Und was liegt da näher, als zusätzlich zu unseren anderen Klimaschutzaktivitäten zum Tag des Baumes ein ein weiteres Projekt zu unterstützen.

Was ist der Tag des Baumes?

Der Tag des Baumes geht auf den US-amerikanischen Politiker Julius Sterling Morton zurück, der im Jahr 1872 eine Resolution beantragte, nach der am ersten Arbor Day in Nebraska rund 1 Million Bäume gepflanzt wurden. Der erste Arbor Day war seinerzeit am 10. April. Der Tag des Baumes wiederum wurde dann 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen und am 25. April 1952 zum ersten Mal auch in Deutschland begangen.

Die heute als eine der größten Mitmachaktionen im Baum- und Waldschutz geltende Aktion wurde von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ins Leben gerufen, um auf die starken Waldverluste durch den Krieg aufmerksam zu machen. Die Schutzgemeinschaft organisiert jedes Jahr umfangreiche Baumpflanzaktionen und der Tag des Baumes ist neben dem Tag des Waldes am 21. März eine von zwei großen und internationalen Baumpflanzaktionen.

Was ist besser: Bäume pflanzen oder Bäume retten?

Bei der Beantwortung dieser Frage scheiden sich die Geister und es gibt zahlreiche Meinungen dazu. Junge Bäume zu pflanzen ist eine „einfachere“ Methode etwas für den Klimaschutz zu tun. Es ist relativ preiswert und es macht auch im Rahmen zahlreicher Wiederaufforstungen total Sinn. Gerade in Gebieten, in denen sehr viel Waldfläche abgeholzt wurde, sollte man aufforsten, um weiterer Bodenerosion entgegenzuwirken. Und natürlich auch, um künftig CO2 zu binden. Das „künftig“ ist dabei allerdings auch das Stichwort. Denn junge Bäume können noch gar nicht so viel CO2 binden wie ein alter Baum.

Bei der Stiftung Unternehmen Wald gibt es eine gut verständliche Erklärung, wieviel CO2 ein Baum oder ein gesunder Wald ungefähr (!) binden, also speichern kann. Neben dem geringen Speichervermögen junger Bäume ist das Risiko des Absterbens oder gar nicht erst Anwachsens allgegenwärtig. Das wird von vielen „Klimaschutzaktionen“ leider sehr gerne verschwiegen.

Daher ist der Schutz bestehender Waldflächen mindestens genauso wichtig wie eine Wiederaufforstung. Denn solange ein Baum steht – also lebt – bindet er CO2. Jahr für Jahr zusätzliches. Erst wenn das Holz zersetzt wird, auf natürlichem Weg oder durch Verbrennen im Kamin, wird erneut CO2 frei.

Laut den Daten der 3. Bundeswaldinventur von 2012 sind derzeit 1,169 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in lebenden Bäumen und im Totholz gebunden – das sind ca. 4,3 Mrd Tonnen CO2. Der Wald in Deutschland wirkt derzeit als Senke und entlastet die Atmosphäre jährlich um rund 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid (Quelle: 3. Bundeswaldinventur). Laut neueren Daten der Kohlenstoffinventur 2017 (PDF) entlastet der deutsche Wald die Atmosphäre jährlich um rund 62 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Damit kompensiert er ca. 7 % der Emissionen in Deutschland (Quelle: Stiftung Unternehmen Wald).

Eichenriesen im Urwaldprojekt schützen

Ich meine: Das eine tun und das andere nicht lassen! Daher unterstützen wir mit unserem Impact-Paket auf der einen Seite Baumpflanzungen über Eden Reforestation Projects. Auf der anderen Seite unterstützen wir beginnend mit dem heutigen Tag des Baumes das UrwaldProjekt von Peter Wohllebens Waldakademie. Mit unserem Urwald Abo schützen schützen wir nun alle Vierteljahre fünf Quadratmeter Eichenwald und stellen damit dessen Schutz für mindestens die nächsten 50 Jahre sicher. Mit jedem Quadratmeter werden mindestens 70 kg CO2 langfristig im Schutzgebiet gespeichert. In den nächsten 50 Jahren noch einmal voraussichtlich 50 kg CO2 zusätzlich pro Quadratmeter. Damit binden wir jedes Jahr mindestens 1,4 Tonnen CO2 solange das Abo läuft. Ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, aber unser Tropfen und ein wichtiger dazu.

Die Waldfläche – derzeit gibt es zwei Schutzgebiete in der Eifel – wird sich selbst überlassen und kann dadurch wieder verwildern. Es gibt in Deutschland viel zu wenig wilden Wald, also echten Urwald. Neben der Speicherung von CO2 haben gerade Urwälder aber noch einen weiteren wichtigen Zweck: Sie schützen wichtige Ökosysteme und fördern die Biodiversität. Wer sich für Biodiversität interessiert oder generell besser verstehen möchte, was das bedeutet, dem kann ich einen Podcast („Ist das Meer bald leergefischt?“ oder das darin behandelte Buch („Was hat die Mücke je für uns getan?“) empfehlen.

Das Schöne bei der Aktion ist, dass man als „Waldretter“ oder „Waldpate“ sein individuelles Waldstück zugewiesen bekommt und dieses sogar besuchen kann kann. Es gibt im Schutzgebiet auch einen Wanderweg. Diesen „Waldretter-Trail“ werden wir uns sicher auch einmal anschauen.

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